Urheberrecht

Artikel mit dem Schlagwort Urheberrecht.

DRM Fun

Was hat es mit dieser Hex-Zahl

09-f9-11-02-9d-74-e3-5b-d8-41-56-c5-63-56-88-c0

auf sich? Nun, sie ist Teil eines digitalen Schlüssels, der benötigt wird, um die neuen Bluray- und HD-DVDs abzuspielen. Wer diese Zahl weitergibt, wird verfolgt.. Mehr dazu auf Netzpolitik.

Über Radio Paradise habe ich vor längerem schon einmal geschrieben. Es ist ein kleiner Familienbetrieb um den Radio-DJ Bill, der dem kommerziellen Radio entsagt hat und sein eigenes Ding macht. Weder im Programm noch auf der Webseite gibt es Werbung. RP finanziert sich allein aus Spenden der Hörer.

Radio Paradise ist Radio wie man es haben will: lange, zusammenhängende Musikblöcke, die zu mehr werden als die Summe der Teile. Genreübergreifende Musikauswahl, die auch den abgebrühtesten Musikkenner überraschen würde und mich schon an viele neue und alte Künstler herangeführt hat. In großen Momenten sass ich halb lachend, halb weinend vor Rührung und mit Gänsehaut vor dem Rechner und lauschte in meine Kopfhörer, unfähig, etwas anderes zu tun als zu hören. Ich höre seit fast zwei Jahren mehrmals die Woche Radio Paradise und werde seiner nicht überdrüssig. Deshalb zücke ich liebend gern meine Kreditkarte und überweise regelmäßig Geld nach Paradise, Kalifornien.

Und jetzt droht das Aus. Obwohl Radio Paradise seit jeher Royalties für die gespielte Musik abgeführt haben, steht eine Veränderung der Regeln an, die RP und anderen unabhängigen Internetradios aus den USA die Überlebenschancen entziehen wird. Bill fasst die Situation aus seiner Sicht selbst zusammen.

Mir fällt kein anderes Angebot im Internet ein, dessen Verschwinden mich so persönlich treffen und ernsthaft traurig machen würde wie das von Radio Paradise. Hört rein, solange es noch geht.

Communities im Internet und Benutzerbeteiligung an Webseiten sind in. Mehr und mehr Aufgaben können auf die Benutzer ausgelagert werden. Ein, wie ich finde, besonders freches Beispiel kam mir gerade in Form des Deutschen Sprachrates unter.

Deren Projekt Wörterwanderung befasst sich mit dem durchaus interessanten Thema, wie deutsche Wörter in andere Sprachen aufgenommen werden und gegebenenfalls dabei ihre Bedeutung ändern. Es soll ein Buch dazu veröffentlicht werden und jeder kann beitragen, indem er solche Wörter vorschlägt und Texte dazu verfasst.

“Tolle Sache!”, dachte ich zuerst und erwartete, dass das Ergebnis dann auch frei zugänglich ist, zum Beispiel unter einer Creative Commons Lizenz. Doch in den Teilnahmebedingungen wird man eines besseren belehrt:

Sämtliche per Post oder E-Mail eingesandten Texte, Schriftstücke und Materialien gehen in das Eigentum des Veranstalters über. Zudem räumt der Teilnehmer dem Veranstalter unentgeltlich das räumlich, zeitlich und inhaltlich unbeschränkte ausschließliche Recht ein, die eingesandten Wörter und Texte für die „Ausgewanderten Wörter“ und die dazugehörige Beschreibung ganz oder teilweise zu vervielfältigen und zu verbreiten.

Die wichtigen Wörter hierbei sind unentgeltlich und ausschließlich. Es gibt zwar etwas zu gewinnen, aber ansonsten bekommen freiwillige Schreiber außer einer Namensnenung nichts. Man tritt auch alle Veröffentlichungsrechte ab, darf den eigenen Text also nicht einmal selbst weiterverbreiten. Wenn man dann noch liest, dass diese Aktion teilweise von mit Steuergeldern finanzierten Organisationen unterstützt wird, fragt man sich, ob so etwas wirklich OK ist.

Zusammengefasst: Bürger zahlen via Steuern schon einen Teil des Projekts, sollen den Inhalt des Buches selbst schreiben und es dann bitte auch kaufen. Schlau gedacht das alles, aber bei allem Interesse an dem Thema, hoffe ich, dass das ein Flop wird.