Communities im Internet und Benutzerbeteiligung an Webseiten sind in. Mehr und mehr Aufgaben können auf die Benutzer ausgelagert werden. Ein, wie ich finde, besonders freches Beispiel kam mir gerade in Form des Deutschen Sprachrates unter.
Deren Projekt Wörterwanderung befasst sich mit dem durchaus interessanten Thema, wie deutsche Wörter in andere Sprachen aufgenommen werden und gegebenenfalls dabei ihre Bedeutung ändern. Es soll ein Buch dazu veröffentlicht werden und jeder kann beitragen, indem er solche Wörter vorschlägt und Texte dazu verfasst.
“Tolle Sache!”, dachte ich zuerst und erwartete, dass das Ergebnis dann auch frei zugänglich ist, zum Beispiel unter einer Creative Commons Lizenz. Doch in den Teilnahmebedingungen wird man eines besseren belehrt:
Sämtliche per Post oder E-Mail eingesandten Texte, Schriftstücke und Materialien gehen in das Eigentum des Veranstalters über. Zudem räumt der Teilnehmer dem Veranstalter unentgeltlich das räumlich, zeitlich und inhaltlich unbeschränkte ausschließliche Recht ein, die eingesandten Wörter und Texte für die „Ausgewanderten Wörter“ und die dazugehörige Beschreibung ganz oder teilweise zu vervielfältigen und zu verbreiten.
Die wichtigen Wörter hierbei sind unentgeltlich und ausschließlich. Es gibt zwar etwas zu gewinnen, aber ansonsten bekommen freiwillige Schreiber außer einer Namensnenung nichts. Man tritt auch alle Veröffentlichungsrechte ab, darf den eigenen Text also nicht einmal selbst weiterverbreiten. Wenn man dann noch liest, dass diese Aktion teilweise von mit Steuergeldern finanzierten Organisationen unterstützt wird, fragt man sich, ob so etwas wirklich OK ist.
Zusammengefasst: Bürger zahlen via Steuern schon einen Teil des Projekts, sollen den Inhalt des Buches selbst schreiben und es dann bitte auch kaufen. Schlau gedacht das alles, aber bei allem Interesse an dem Thema, hoffe ich, dass das ein Flop wird.
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