Netzwelt

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Es gibt doch immer mal wieder die eine oder andere erheiternde SPAM-Mail. Diese hier kam heute beim blogressiv-Server an:

Delivery-date: Sat, 30 Jun 2007 17:25:41 +0200
From: Gomopa Rechtsabteilung info-keinspam@gomopa.net
To: postmaster-keinspam@blogressiv.de
Subject: Betrugsvorwurf. Bitte beziehen Sie umgehend Stellung um weitere Konsequenzen zu vermeiden

Vorwurf des Betruges/Mitteilung in unserem Gomopa Insider-Forum

Sehr geehrte Damen und Herren,

zu Ihrer Firma www.blogressiv.de wurde uns mitgeteilt, dass Sie sich des
Betruges schuldig gemacht haben.
Ein Gompoa-Mitglied hat uns das in der Rubrik Wirtschaftsbetrug gepostet.

Melden Sie sich bitte in unserem Insider-Forum gegen Wirtschaftsbetrug
unter www.gomopa.net an und suchen Sie
den Beitrag. (Am schnellsten nach blogressiv.de suchen)

Sollten Sie nicht umgehend Stellung dazu nehmen erfolgt Strafanzeige wegen
Verdacht des Betruges bei Ihrer Polizeidienststelle.

Dieser Aufforderung sollten Sie unbedingt Folge leisten. Die Konsequenzen
sind sonst unangenehm.

Hochachtungsvoll

Goldman Morgenstern Partners
Rechtsabteilung

Ich verstehe nicht ganz, was da beabsichtig wird. Ich kann mir nur vorstellen, dass die Herrschaften von Goldman Morgenstern Partners vielleicht einfach mehr Besucher auf ihrer Seite bzw. Mitglieder ihres Forums brauchen—eventuell aus finanziellen Gesichtspunkten, schliesslich bringt mehr Traffic immer auch mehr Werbeeinnahmen. Aber ist so eine Drohung der richtige Weg, Besucher anzulocken? Ich versteh’s einfach nicht… Hinzu kommt, dass die Mail laut Header von einer indischen IP angeliefert wurde—ein möglicherweise beauftragter Profi-Spammer?

Lustige weitere Informationen über gomopa.net gib’s hier.
Das blogressiv-Team ist jedenfalls schon auf den Inhalt der Strafanzeige gespannt! ;-)

Update, 14.9.07: Email-Header gekürzt und Adressen verfremdet.

Der schwedische Außenminister bloggt (schwedisch). In meinen Schwedenblog habe ich meine Meinung dazu zusammengefasst und frage mich: Sollten deutsche hochrangige Politiker ebenfalls einen Blog führen?

Schöne Satire im Web: Dem extrem erfolgreichen aber auch umstrittenen Studiverzeichnis nachempfunden gibt es jetzt das Pennerverzeichnis—nach Angabe der Autoren, um provozierend auf die Situation, in der sich manche unserer Mitmenschen befinden, aufmerksam zu machen.

Communities im Internet und Benutzerbeteiligung an Webseiten sind in. Mehr und mehr Aufgaben können auf die Benutzer ausgelagert werden. Ein, wie ich finde, besonders freches Beispiel kam mir gerade in Form des Deutschen Sprachrates unter.

Deren Projekt Wörterwanderung befasst sich mit dem durchaus interessanten Thema, wie deutsche Wörter in andere Sprachen aufgenommen werden und gegebenenfalls dabei ihre Bedeutung ändern. Es soll ein Buch dazu veröffentlicht werden und jeder kann beitragen, indem er solche Wörter vorschlägt und Texte dazu verfasst.

“Tolle Sache!”, dachte ich zuerst und erwartete, dass das Ergebnis dann auch frei zugänglich ist, zum Beispiel unter einer Creative Commons Lizenz. Doch in den Teilnahmebedingungen wird man eines besseren belehrt:

Sämtliche per Post oder E-Mail eingesandten Texte, Schriftstücke und Materialien gehen in das Eigentum des Veranstalters über. Zudem räumt der Teilnehmer dem Veranstalter unentgeltlich das räumlich, zeitlich und inhaltlich unbeschränkte ausschließliche Recht ein, die eingesandten Wörter und Texte für die „Ausgewanderten Wörter“ und die dazugehörige Beschreibung ganz oder teilweise zu vervielfältigen und zu verbreiten.

Die wichtigen Wörter hierbei sind unentgeltlich und ausschließlich. Es gibt zwar etwas zu gewinnen, aber ansonsten bekommen freiwillige Schreiber außer einer Namensnenung nichts. Man tritt auch alle Veröffentlichungsrechte ab, darf den eigenen Text also nicht einmal selbst weiterverbreiten. Wenn man dann noch liest, dass diese Aktion teilweise von mit Steuergeldern finanzierten Organisationen unterstützt wird, fragt man sich, ob so etwas wirklich OK ist.

Zusammengefasst: Bürger zahlen via Steuern schon einen Teil des Projekts, sollen den Inhalt des Buches selbst schreiben und es dann bitte auch kaufen. Schlau gedacht das alles, aber bei allem Interesse an dem Thema, hoffe ich, dass das ein Flop wird.

Dass man Spuren hinterlässt, wenn man sich im Netz bewegt, Seiten aufruft und auf Links klickt, sollte sich herumgesprochen haben. Webserver protokollieren akribisch jeden Seitenaufruf und der Betreiber einer Webseite sieht, wer denn so alles vorbeikommt – zwar nur die IP-Adressen und keine Namen, aber immerhin.

Was man als Surfer oft nicht mitbekommt, ist, dass viele Seitenbetreiber ihre Logs freiwillig Fremdfirmen zur Verfügung stellen. Das kann aus vielerlei Gründen und auf unterschiedliche Arten geschehen, aber generell gilt: Sobald man ein Bild oder sogar JavaScritpt-Code von einer externen Seite nachlädt, bekommt diese auch jeden Seitenaufruf mit.

An erster Stelle ist hier Googles AdSense zu nennen. Auf unzähligen Seiten (auch auf einer meiner eigenen) findet man diese Anzeigen, denn sie sind einfach einzubauen und passen sich dem Inhalt der Seite an. Man muss lediglich ein Stück JavaScript-Code in den Quelltext seiner Seite einbauen. Dieser wird von Googles Servern nachgeladen und gibt die passende Anzeige zurück. Hierbei ist es unvermeidlich, dass Google jeden Seitenaufruf mitbekommt.

Aber sogar aus viel geringeren Gründen als Geld, geben Betreiber ihre Daten frei. Ein beliebtes Beispiel bei Bloggern sind gerade die Zugriffsstatistiken selbst. Anstatt selbst eine kleine Analyse-Software auf den Protokollen laufen zu lassen, gibt es zahlreiche und vielgenutzte Angebote wie counter.blogscout.de, die einem Statistiken über Besucherzahlen aufbereiten, wenn man wiederum einen Codeschnipsel in seine Seite einbaut und ihnen so die entsprechenden Daten zukommen lässt. Der einzige Vorteil gegenüber einer eigenen Webstatistik ist wohl der direkte Schwa^W Vergleich mit anderen Blogs.

Ein weiteres Beispiel: Technorati, der Primus der Blogsuchmaschinen. Man wird auch hier aufgefordert, ein Stück JavaScript in seine Seite einzubauen und bekommt dafür z.B. einen Link auf die Seite, die alle Blogeinträge anzeigt, die einen Link auf einen selbst gesetzt haben. Die URL dieses Links funktioniert aber auch ohne das Nachladen von Code und das entsprechende Bild kann man auch bei sich vorhalten, wie z.B. beim Technorati-Link unter der Tagwolke.

Das alles ist weit verbreitet und sogenannte A-Blogger machen es vor: Werfen wir einen kurzen Blick auf Spreeblick, ein Blog den ich gern und regelmäßig lese. Wenn man die Startseite aufruft, bekommen das, neben den Spreeblickleuten selbst, Google, Technorati und der Blogscout-Counter mit. Auf Unterseiten gibt es teilweise zusätzlich dynamische Anzeigen von Amazon, die ähnlich wie die von Google funktionieren. Die Bilder für die Anzeigen oben rechts unter dem Suchfeld bei Spreeblick werden lokal vorgehalten und im Prinzip spräche wohl nichts dagegen, dass die zur Abrechnung nötige Information beim Klicken über die URL weitergegeben wird – schließlich wird man beispielsweise bei AdSense sowieso nur für Klicks und nicht für Seitenaufrufe bezahlt.

Wohlgemerkt gilt oben Genanntes meist nur, wenn man die Seite direkt aufruft; im Newsfeed tauchen diese Dinge bisher eher selten auf. Dafür gibt es da einen anderen vielbenutzten Service, FeedBurner, den man zur Auswertung dieser Leser benutzten kann – natürlich wiederum indem man ihnen die Besucherdaten überlässt.

Ob diese freiwillige Verbreitung von Besucherdaten ein Problem ist, weiß ich nicht. Im Web 2.0 scheinen Bedenken über Privatsphäre und Nutzerdaten eine geringe Rolle zu spielen. Ich finde aber, dass man sich dessen zumindest bewusst sein sollte. Blogressiv gibt keine Zugriffsdaten an andere weiter. Anregung für diesen Text war eine kleine Diskussion auf zeineku.de.

Der Deutschlandfunk hat seinen Stream im proprietären Real-Format eingestellt und durch das offene Format Ogg-Vorbis ersetzt. Sehr lobenswert, auch wenn ich (bisher?) kein Hörer des DLF bin. (via pro-linux)

Nebenbei: Die Filme zum Jubiläum der ZEIT habe ich bisher nicht unter Linux abspielen können. :-/

Es ist immer wieder interessant zu sehen, wie schwer es zu sein scheint, das Prinzip von “freier Software” zu verstehen. Eine sehr nette Anekdote bei der Times (englisch) beschreibt, wie Raubkopier-Jäger in England nicht einsehen, warum jemand anders CDs mit Software von Mozilla verkaufen darf und das ganze legal ist.

Es ist aber in der Tat völlig in Ordnung, freie Software zu vertreiben und dafür Geld zu verlangen [1]. Das Geld wird dann eben nicht für die Software selbst bezahlt, sondern den Service, den der Verkäufer mit der Bereitstellung der Medien erbringt. Nicht jeder hat z.B. schnelles Internet, um sich alles herunterzuladen.

Die Aussage des “Trading Standards Department”

Wenn Mozilla den Verkauf von kopierten Versionen ihrer Software erlaube, wird es praktisch unmöglich für uns, britische Anti-Raubkopier-Gesetze durchzusetzen [...].

(Übersetzung von mir)

ist einfach nur lächerlich. Oh nein! Da verschenkt jemand seine Software! Ich dachte eingentlich, dass freie Software mittlerweile in so vielen Bereichen vorkommt, dass solche Unkenntnis ausstirbt — zumindest bei Leuten, die sich beruflich mit lizenzrechlichen Fragen beschäftigen.

[1] Es mag im Einzelfall auf die jeweilige Lizenz ankommen, ist aber zumindest für die “übliche” GPL richtig.

(via netzpolitik und slashdot)

Ich habe meine Meinung gesagt, aber andere können das noch ausführlicher: Die ZEIT widment sich dem Thema in der Printausgabe vom letzten Donnerstag. Der Artikel ist auch online zu lesen und beleuchtet sachlich die Hintergründe. Gero von Randow widmet sich dem Thema Religion, Aufklärung und Spott und es gibt auch einen Diskussionsbereich mit derzeit über 550 Kommentaren.

Wenn man einige der hier abgegebenen Kommentare liest, wird einem auch bewusst, dass Islamophobie keine leere Worthülse ist.

Nachtrag: Der Internationale Bund der Konfessionslosen und Atheisten hat soeben einen sehr lesenswerten Beitrag zur Diskussion veröffentlicht und ruft darin auf, die kirchlichen Priviliegien und den Zensurparagraphen (166 StGB) abzuschaffen.

2. Nachtrag: Noch einmal der Kosmoblog zum “Aufruhr” in der islamischen Welt:

Der geringe Mobilisierungsgrad selbst in Ländern, in denen die Regierung die Stimmung anzuheizen sucht – wie im Iran – , lässt sich auch als eine klare Absage an einen Kampf der Kulturen verstehen.

und über Liberalismus versus Islamismus.

Die Süddeutsche Zeitung will wissen, ob Linux eine echte Alternative zu Windows ist. Blogressiv wird ja von Windows-, wie von Linux-Benutzern gelesen. Es sind sicher auch einige Cross-User dabei. Sagt der Süddeutschen mal eure Meinung. Interessant ist auch das “Safe Voting”-System der Süddeutschen: Man muss seine Auswahl durch Eingabe einer alphanumerischen Zeichenfolge, die als Bitmap angezeigt wird, bestätigen. Ob das schlaue Bots von der automatischen Stimmabgabe abhält?

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