Artikel von Thomas

Artikel von Thomas.

Auf netzpolitik.org gibt es eine Sammlung mit Links dazu, warum das Argument “Wer nichts zu verbergen hat, braucht Überwachung nicht zu fürchten” nicht haltbar ist.

Frühere Blogressiv-Artikel zum Thema.

Ich gebe ja zu, dass ich die Idee vom bedingungslosen Grundeinkommen für jedermann, das das bisherige Sozialsystem ablösen könnte, sehr attraktiv finde. Henning beleuchtet etwas die finanzielle Seite und rechnerisch kann man das sicherlich lösen.

Die eigentliche Frage ist doch aber, was dieser Paradigmenwechsel weg vom Zwang zur Arbeit in den Köpfen der Menschen auslöst. Bricht alles zusammen, weil Menschen von Natur aus faul sind und einfach aufhören werden zu arbeiten? Ich denke nicht. Zuallererst dürfte ein solches Grundeinkommen nicht hoch genug sein, dass irgendjemand auf die Idee kommt, seine Arbeit deswegen niederzulegen. Der Anreiz zum Zuverdienen wäre ausreichend, weil ich denke, dass sich nur wenige mit dem Minimum zufrieden geben.

Heute wird recht viel Druck auf Arbeitslose und Sozialhilfeempfänger ausgeübt und wer staatliche Leitungen empfängt ist in der Regel auch bedürftig. Das wäre nicht mehr der Fall beim Grundeinkommen und ich kann mir durchaus vorstellen, dass die Form von sozialem Druck, die Schmarotzer und Drückeberger abwertend betrachtet, stärker wird.

Abgesehen davon, dass viel Steuergeld plötzlich den Menschen direkt zukäme, anstatt für Bürokratie ausgegeben zu werden, ist mein Menschenbild positiv genug zu glauben, dass die zusätzliche Freiheit und auch Absicherung viel Positives hervorbringen kann. Sofern sie bereit sind, bescheiden zu leben, könnten Menschen ihre Ideen und Träume ausprobieren, ohne Angst vor der nächsten Mietrechnung zu haben.

Zuletzt und ganz prinzipiell: Um wieviel zig hundert Prozent ist denn die Produktivität in den letzten 200 Jahren im Rahmen der Industrialisierung gestiegen? Sicherlich ist auch der durchschnittliche Lebensstandard gewachsen, aber ich halte die Idee, dass wir reich genug sind, jedem sein Essen und ein Dach über dem Kopf bedingungslos spendieren zu können, nicht für abwegig, geschweige denn kommunistisch.

Ich freue mich auf die Antwort von Christian.

Ist schon jemandem aufgefallen, wem diese Frau aus dem Vorspann des Flying Circus von Monty Python ähnlich sieht?

Communities im Internet und Benutzerbeteiligung an Webseiten sind in. Mehr und mehr Aufgaben können auf die Benutzer ausgelagert werden. Ein, wie ich finde, besonders freches Beispiel kam mir gerade in Form des Deutschen Sprachrates unter.

Deren Projekt Wörterwanderung befasst sich mit dem durchaus interessanten Thema, wie deutsche Wörter in andere Sprachen aufgenommen werden und gegebenenfalls dabei ihre Bedeutung ändern. Es soll ein Buch dazu veröffentlicht werden und jeder kann beitragen, indem er solche Wörter vorschlägt und Texte dazu verfasst.

“Tolle Sache!”, dachte ich zuerst und erwartete, dass das Ergebnis dann auch frei zugänglich ist, zum Beispiel unter einer Creative Commons Lizenz. Doch in den Teilnahmebedingungen wird man eines besseren belehrt:

Sämtliche per Post oder E-Mail eingesandten Texte, Schriftstücke und Materialien gehen in das Eigentum des Veranstalters über. Zudem räumt der Teilnehmer dem Veranstalter unentgeltlich das räumlich, zeitlich und inhaltlich unbeschränkte ausschließliche Recht ein, die eingesandten Wörter und Texte für die „Ausgewanderten Wörter“ und die dazugehörige Beschreibung ganz oder teilweise zu vervielfältigen und zu verbreiten.

Die wichtigen Wörter hierbei sind unentgeltlich und ausschließlich. Es gibt zwar etwas zu gewinnen, aber ansonsten bekommen freiwillige Schreiber außer einer Namensnenung nichts. Man tritt auch alle Veröffentlichungsrechte ab, darf den eigenen Text also nicht einmal selbst weiterverbreiten. Wenn man dann noch liest, dass diese Aktion teilweise von mit Steuergeldern finanzierten Organisationen unterstützt wird, fragt man sich, ob so etwas wirklich OK ist.

Zusammengefasst: Bürger zahlen via Steuern schon einen Teil des Projekts, sollen den Inhalt des Buches selbst schreiben und es dann bitte auch kaufen. Schlau gedacht das alles, aber bei allem Interesse an dem Thema, hoffe ich, dass das ein Flop wird.

Dass man Spuren hinterlässt, wenn man sich im Netz bewegt, Seiten aufruft und auf Links klickt, sollte sich herumgesprochen haben. Webserver protokollieren akribisch jeden Seitenaufruf und der Betreiber einer Webseite sieht, wer denn so alles vorbeikommt – zwar nur die IP-Adressen und keine Namen, aber immerhin.

Was man als Surfer oft nicht mitbekommt, ist, dass viele Seitenbetreiber ihre Logs freiwillig Fremdfirmen zur Verfügung stellen. Das kann aus vielerlei Gründen und auf unterschiedliche Arten geschehen, aber generell gilt: Sobald man ein Bild oder sogar JavaScritpt-Code von einer externen Seite nachlädt, bekommt diese auch jeden Seitenaufruf mit.

An erster Stelle ist hier Googles AdSense zu nennen. Auf unzähligen Seiten (auch auf einer meiner eigenen) findet man diese Anzeigen, denn sie sind einfach einzubauen und passen sich dem Inhalt der Seite an. Man muss lediglich ein Stück JavaScript-Code in den Quelltext seiner Seite einbauen. Dieser wird von Googles Servern nachgeladen und gibt die passende Anzeige zurück. Hierbei ist es unvermeidlich, dass Google jeden Seitenaufruf mitbekommt.

Aber sogar aus viel geringeren Gründen als Geld, geben Betreiber ihre Daten frei. Ein beliebtes Beispiel bei Bloggern sind gerade die Zugriffsstatistiken selbst. Anstatt selbst eine kleine Analyse-Software auf den Protokollen laufen zu lassen, gibt es zahlreiche und vielgenutzte Angebote wie counter.blogscout.de, die einem Statistiken über Besucherzahlen aufbereiten, wenn man wiederum einen Codeschnipsel in seine Seite einbaut und ihnen so die entsprechenden Daten zukommen lässt. Der einzige Vorteil gegenüber einer eigenen Webstatistik ist wohl der direkte Schwa^W Vergleich mit anderen Blogs.

Ein weiteres Beispiel: Technorati, der Primus der Blogsuchmaschinen. Man wird auch hier aufgefordert, ein Stück JavaScript in seine Seite einzubauen und bekommt dafür z.B. einen Link auf die Seite, die alle Blogeinträge anzeigt, die einen Link auf einen selbst gesetzt haben. Die URL dieses Links funktioniert aber auch ohne das Nachladen von Code und das entsprechende Bild kann man auch bei sich vorhalten, wie z.B. beim Technorati-Link unter der Tagwolke.

Das alles ist weit verbreitet und sogenannte A-Blogger machen es vor: Werfen wir einen kurzen Blick auf Spreeblick, ein Blog den ich gern und regelmäßig lese. Wenn man die Startseite aufruft, bekommen das, neben den Spreeblickleuten selbst, Google, Technorati und der Blogscout-Counter mit. Auf Unterseiten gibt es teilweise zusätzlich dynamische Anzeigen von Amazon, die ähnlich wie die von Google funktionieren. Die Bilder für die Anzeigen oben rechts unter dem Suchfeld bei Spreeblick werden lokal vorgehalten und im Prinzip spräche wohl nichts dagegen, dass die zur Abrechnung nötige Information beim Klicken über die URL weitergegeben wird – schließlich wird man beispielsweise bei AdSense sowieso nur für Klicks und nicht für Seitenaufrufe bezahlt.

Wohlgemerkt gilt oben Genanntes meist nur, wenn man die Seite direkt aufruft; im Newsfeed tauchen diese Dinge bisher eher selten auf. Dafür gibt es da einen anderen vielbenutzten Service, FeedBurner, den man zur Auswertung dieser Leser benutzten kann – natürlich wiederum indem man ihnen die Besucherdaten überlässt.

Ob diese freiwillige Verbreitung von Besucherdaten ein Problem ist, weiß ich nicht. Im Web 2.0 scheinen Bedenken über Privatsphäre und Nutzerdaten eine geringe Rolle zu spielen. Ich finde aber, dass man sich dessen zumindest bewusst sein sollte. Blogressiv gibt keine Zugriffsdaten an andere weiter. Anregung für diesen Text war eine kleine Diskussion auf zeineku.de.

Sommeranfang

Mag ja sein, dass Schnee um diese Zeit etwas ungewöhnlich ist, aber deswegen zu behaupten, Sommeranfang sei übermorgen, ist leider falsch – es sei denn ich habe drei Wochen verpennt und heute ist der 19. Juni.

Nachtrag: Es scheint, als ob Meteorologen in der Tat den Sommer schon am 1. Juni anfangen lassen – aus statistischen Gründen. So gesehen ist der oben verlinkte Artikel zwar prinzipiell richtig, weil da vom “meteorologischen Sommeranfang” die Rede ist. Trotzdem ist es ein billiger Trick, um die Situation dramatischer erscheinen zu lassen. Genausogut könnte man sich jede abstruse Definition des Sommeranfangs, die sich eine kleine Gruppe Menschen ausgedacht hat, verwenden. Das allgemein gebräuchliche Datum für den Sommeranfang ist und bleibt der 21. Juni.

Modellflug

Ich bin gerade auf dieses kurze Video gestoßen, das wirklich beindruckende Modellflugkunststücke zeigt. Das Flugzeug tanzt durch die Halle und führt Bewegungen aus, die recht unglaublich sind.

Als Physiker kann man es ja nicht bleiben lassen, sich dazu ein paar Gedanken zu machen und das erste was einem auffällt ist, dass das Ding völlig übermotorisiert ist. Besonders deutlich wird das gegen Ende, wenn der Pilot es senkrecht in der Luft stehen lässt und dann noch genug Reservern hat, es blitzschnell nach oben zu beschleunigen. Es ist also im Prinzip ein Motor mit ein paar superleichten Flügeln dran, die nur dazu gut sind, die Richtung zu ändern, in die der Motor zieht, und die nicht notwendig sind, um das Flugzeug in der Luft zu halten.

Man konnte es nicht genau sehen, aber ich nehme an, dass die Steuerklappen groß im Verhältnis zur Flügelfläche waren, denn sonst wären die abrupten Richtungswechsel nicht möglich, schon gar nicht bei so kleinen Geschwindigkeiten, wie es da gezeigt wurde. An einigen Stellen wurden fast aus dem Stand Schwenks augeführt, so dass ich mich wunderte, ob der Luftstrom über die Flügel dazu überhaupt ausreicht. Es könnte ja sein, dass da zusätzliche Technik drinsteckt wie eine kippbare Motorachse oder selektiv in der Neigung verstellbare Rotorblätter, aber ich glaube doch eher nicht. Wahrschenlich reichen einfach schon geringe Geschwindigkeiten, um den leichten Körper mit Hilfe der üblichen Steuerelemente zu drehen.

Bill Hicks

Dass ich je einmal eine sinnvolle Information aus der Titanic erhalten würde, hätte ich nicht gedacht. Doch dieser Artikel über den amerikanischen Komiker Bill Hicks hat mich auf diesen aufmerksam gemacht, denn ich kannte Hicks bisher nicht, auch wenn mir sein Gesicht auf den Bildern des Artikels sehr bekannt vorkam.

Auf der Such nach Material von Hicks hätte ich fast vergessen, bei eMusic nachzuschauen, wie ich es bei Musik üblicherweise zuallererst tue. Und in der Tat gibt es dort Sachen von Bill Hicks zu kaufen. Wie immer billig, legal und als MP3 ohne DRM-Mist (siehe auch meinen älteren Text dazu).

Zu dem was ich bisher von Bill Hicks gehört habe: politisch unkorrekt, bissig, roh, verdammt gut!

Vor einem Jahr hat die ZEIT einen offenen Brief veröffentlicht, der die Diskrepanz zwischen den rückläufigen Verbrechenszahlen und den populistischen Rufen nach Verschärfung des Strafrechts aufzeigt. Aktuelle Zahlen sehen Verbrechen weiterhin im Rückzug und es nimmt wieder keiner wahr. Es ist ja auch viel spannender und medienwirksamer, spektakuläre Einzelfälle auszuschlachten, und damit ein falsches Unsicherheitsgefühl aufzubauen, das man mit einfachen Maßnahmen bekämpfen kann.

Nachtrag (7.Juni): Das “Dossier” in der vorletzten Ausgabe der ZEIT greift das Thema nochmal auf. Lesen!

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