Dass man Spuren hinterlässt, wenn man sich im Netz bewegt, Seiten aufruft und auf Links klickt, sollte sich herumgesprochen haben. Webserver protokollieren akribisch jeden Seitenaufruf und der Betreiber einer Webseite sieht, wer denn so alles vorbeikommt – zwar nur die IP-Adressen und keine Namen, aber immerhin.
Was man als Surfer oft nicht mitbekommt, ist, dass viele Seitenbetreiber ihre Logs freiwillig Fremdfirmen zur Verfügung stellen. Das kann aus vielerlei Gründen und auf unterschiedliche Arten geschehen, aber generell gilt: Sobald man ein Bild oder sogar JavaScritpt-Code von einer externen Seite nachlädt, bekommt diese auch jeden Seitenaufruf mit.
An erster Stelle ist hier Googles AdSense zu nennen. Auf unzähligen Seiten (auch auf einer meiner eigenen) findet man diese Anzeigen, denn sie sind einfach einzubauen und passen sich dem Inhalt der Seite an. Man muss lediglich ein Stück JavaScript-Code in den Quelltext seiner Seite einbauen. Dieser wird von Googles Servern nachgeladen und gibt die passende Anzeige zurück. Hierbei ist es unvermeidlich, dass Google jeden Seitenaufruf mitbekommt.
Aber sogar aus viel geringeren Gründen als Geld, geben Betreiber ihre Daten frei. Ein beliebtes Beispiel bei Bloggern sind gerade die Zugriffsstatistiken selbst. Anstatt selbst eine kleine Analyse-Software auf den Protokollen laufen zu lassen, gibt es zahlreiche und vielgenutzte Angebote wie counter.blogscout.de, die einem Statistiken über Besucherzahlen aufbereiten, wenn man wiederum einen Codeschnipsel in seine Seite einbaut und ihnen so die entsprechenden Daten zukommen lässt. Der einzige Vorteil gegenüber einer eigenen Webstatistik ist wohl der direkte Schwa^W Vergleich mit anderen Blogs.
Ein weiteres Beispiel: Technorati, der Primus der Blogsuchmaschinen. Man wird auch hier aufgefordert, ein Stück JavaScript in seine Seite einzubauen und bekommt dafür z.B. einen Link auf die Seite, die alle Blogeinträge anzeigt, die einen Link auf einen selbst gesetzt haben. Die URL dieses Links funktioniert aber auch ohne das Nachladen von Code und das entsprechende Bild kann man auch bei sich vorhalten, wie z.B. beim Technorati-Link unter der Tagwolke.
Das alles ist weit verbreitet und sogenannte A-Blogger machen es vor: Werfen wir einen kurzen Blick auf Spreeblick, ein Blog den ich gern und regelmäßig lese. Wenn man die Startseite aufruft, bekommen das, neben den Spreeblickleuten selbst, Google, Technorati und der Blogscout-Counter mit. Auf Unterseiten gibt es teilweise zusätzlich dynamische Anzeigen von Amazon, die ähnlich wie die von Google funktionieren. Die Bilder für die Anzeigen oben rechts unter dem Suchfeld bei Spreeblick werden lokal vorgehalten und im Prinzip spräche wohl nichts dagegen, dass die zur Abrechnung nötige Information beim Klicken über die URL weitergegeben wird – schließlich wird man beispielsweise bei AdSense sowieso nur für Klicks und nicht für Seitenaufrufe bezahlt.
Wohlgemerkt gilt oben Genanntes meist nur, wenn man die Seite direkt aufruft; im Newsfeed tauchen diese Dinge bisher eher selten auf. Dafür gibt es da einen anderen vielbenutzten Service, FeedBurner, den man zur Auswertung dieser Leser benutzten kann – natürlich wiederum indem man ihnen die Besucherdaten überlässt.
Ob diese freiwillige Verbreitung von Besucherdaten ein Problem ist, weiß ich nicht. Im Web 2.0 scheinen Bedenken über Privatsphäre und Nutzerdaten eine geringe Rolle zu spielen. Ich finde aber, dass man sich dessen zumindest bewusst sein sollte. Blogressiv gibt keine Zugriffsdaten an andere weiter. Anregung für diesen Text war eine kleine Diskussion auf zeineku.de.
Schlagworte: Überwachung, Beobachtungen, Blogressiv, Netzwelt
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Eine wichtige Diskussion.
Grundsätzlich finde ich auch, daß man sehr genau hinsehen sollte, wer im Netz welche Daten gewinnt.
Gerade bei Google ist das Hauptproblem nach meiner Ansicht, daß ein einziges Unternehmen eine solche Fülle von unterschiedlichen Produkten mit jeweils einem sehr hohen Marktanteil anbietet und dadurch Zugriff auf die unterschiedlichsten, z. T. sensiblen, Informationen einer große Menge von Nutzern erhält (Festplattenindizes von der Desktop Search, Surf-Gewohnheiten über die Websuche und die Browser-Toolbar, Emails samt Daten der Kommunikationspartner von Gmail etc.).
Speziell das Adsense-Programm finde ich aber nicht so furchtbar schlimm. Mit der dabei erfassten IP-Adresse alleine kann man ja nicht viel anfangen, weil die meisten Internet-Nutzer über einen Dialup-Zugang mit dynamisch vergebener, also nicht personenspezifischer, IP-Adresse verfügen.
Wenn Google Cookies setzen sollte, um mehr über die Gewohnheiten von Adsense-Anzeigenbetrachtern zu erfahren, kann man dem ja recht einfach Einhalt gebieten, indem man die Cookies wieder löscht oder gar nicht erst zulässt.
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Achso, Blogcounter vergaß ich beim ersten Kommentar:
Auf dem Webserver, auf dem zeineku.de gehostet wird, läuft auch webalizer. Aber jeder, der mal die Statistiken von counter.blogscout.de mit webalizer verglichen hat, wird letztere Software viel unübersichtlicher und unkomfortabler finden. Mit virtuellem “Schwanzvergleich” hat der blogcounter in meinem Fall weniger zu tun.
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Pingback von zeineku.de » Ist Google Adsense böse? am 13. Jun 2006 um 19:19
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Pingback von Das BlogBlog · Besucherdatenweitwurf am 14. Feb 2007 um 13:31

4 Kommentare
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