Das “Recht auf Blasphemie” habe ich schoneinmal gefordert und jetzt wird dafür demonstriert: Berlin, Lustgarten, morgen 25. März, 14.00.
Toll! Bitte hingehen, wenn ihr es näher habt als ich. ;)

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Monatliches Archiv für March 2006.
Das “Recht auf Blasphemie” habe ich schoneinmal gefordert und jetzt wird dafür demonstriert: Berlin, Lustgarten, morgen 25. März, 14.00.
Toll! Bitte hingehen, wenn ihr es näher habt als ich. ;)
Das mit dem Konflikt zwischen Religion und Wissenschaft ist doch eigentlich ganz einfach: Sobald es irgendeine Überprüfbarkeit der Aussagen gibt, verlieren Religionen und anderer Aberglaube jede Debatte gegen jemanden, der nachschaut, nachfragt oder nachmisst. Jahrhundertelang haben Menschen nach einem Gottesbeweis gesucht und das Ergebnis ist nichtig, wenn man den Maßstab der Überprüfbarkeit anlegt.
Leute, die sich lange damit beschäftigt haben, wissen das, und hüten sich, überprüfbare Aussagen zu machen. Solange sie sich nur zu Dingen äußern, die man halt entweder glaubt oder nicht, sind sie unangreifbar. Sogar die katholische Kirche sieht das ein und erkennt vielerlei wissenschaftliche Erkentnisse an. Das ist ihr aber nicht wirklich zu Gute zu halten, denn sie will natürlich ihre Stellung und ihren Einfluss wahren weiß ganz genau, dass sie verliert, wenn sie sich auf überprüfbares Terrain begibt.
Einen Haken hat die Sache aber leider: Menschen lassen sich nicht notwendigerweise von guten Argumenten überzeugen. Dass sich also rationale Argumente mit der Zeit schon durchsetzen, ist nicht zwingend, wird aber leider von vielen, die Aberglauben ablehnen, resignierend angenommen. Wenn dem aber so wäre, gäbe es schon heute keine Religionen mehr, die versuchen, ihre irrationalen Lehren gegen aufklärerisches Denken zu verteidigen. Es gibt sie aber, vielleicht deswegen.
Ich habe gestern Caché gesehen und fand ihn richtig gut. Es gibt keine Filmmusik, die einem aufzwingt, was man zu fühlen hat, und Geräusche treten viel stärker hervor. Ohne konkrete Bedrohnung wird viel Spannung aufgebaut, die Vermischung von (im Film) Realem und Videosequenzen ist sehr gut gelungen und wird auch nicht übertrieben oft angewendet. Das Thema ist “Schuld” und man bekommt weder eine fertig moralisierende Antwort vorgesetzt, noch gibt es einen Sympatieträger. Ansehen!
Schon während der ganzen PISA-Aufregung, schauten viele aus meiner alten Heimat hinüber in meine neue, nämlich Schweden, wo ja alles so viel besser ist. Jetzt streiken die Ärzte in Deutschland, und wiederum ist Schweden das gelobte Land.
Es wird wohl doch einmal Zeit, mehr über Schweden zu schreiben.
Telepolis schreibt als Untertitel zu Ungeliebte Evolutionstheorie:
In den USA sagen mehr als die Hälfte der Menschen, dass Gott die Menschen so geschaffen hat, wie sie jetzt sind, in Deutschland glauben dies bislang nur 12 Prozent.
Bislang nur? Ist es jetzt schon ein unausweichlicher Trend, dass mehr und mehr Leute Evolution ablehnen? Zumindest wird es mit diesem Satz so dargestellt. Bläh!
Die USA sind Trendsetter und es ist nicht abwegig, die Entwicklungen dort als einen Blick in die Zukunft für uns Europäer zu sehen. Hier und dort hat es seit 2001 einen massiven Ausbau der staatlichen Überwachungsmöglichkeiten gegeben. Eine weitere Facette des Generalverdachts, unter dem jeder steht, kam mir gestern unter und heute schreibt auch Telepolis darüber: Jemand der plötzlich seine Zahlungsmoral ändert und 5000 EUR auf einmal zurückzahlt, ist also verdächtig, und das Geld wird am besten erst einmal eingefroren, bis der Staat das ganze überprüft hat.
Ich will nicht weiter auf die Details eingehen und es gibt ja auch viele andere Beispiele, die man anführen könnte. Das eigentlich Interessante ist nämlich die allgemeine Tendenz, abweichendes Verhalten zu registrieren und aufzuzeichnen. Mit wachsenden technischen Möglichkeiten kann eben auch das automatisiert werden. Als Vergleichswert, von dem Abweichungen gemessen werden, kann zum einen das bisherige Verhalten dienen (s.o.), oder aber das Verhalten der Masse, also das Normale.
Wenn sich aber erst einmal die Stimmung verbreitet, dass alles was anormal ist, vielleicht registriert wird und verdächtig ist, sind wir auf dem besten Weg, Konformismus zur Bürgerpflicht zu erheben. Wer traut sich dann noch, Missstände anzuprangern und unpopuläre Meinungen zu vertreten? Oder einfach so zu leben, wie es ihm am Liebsten wäre?
Gerade fiel mir dieses Zitat von Einstein wieder in die Hände. Mögen sich das bitte alle, die das Universitätsstudium “straffen” wollen, zu Herzen nehmen.
Es ist nicht genug, den Menschen ein Spezialfach zu lehren. Dadurch wird er zwar zu einer Art benutzbarer Maschine, aber nicht zu einer vollwertigen Persönlichkeit. Es kommt darauf an, daß er ein lebendiges Gefühl dafür bekommt, was zu erstreben wert ist. Er muß einen lebendigen Sinn dafür bekommen, was schön und was moralisch gut ist. Sonst gleicht er mit seiner spezialisierten Fachkenntnis mehr einem wohlabgerichteten Hund als einem harmonisch entwickelten Geschöpf. Er muß die Motive der Menschen, deren Illusionen, deren Leiden verstehen lernen, um eine richtige Einstellung zu den einzelnen Mitmenschen und zur Gemeinschaft zu erwerben. Diese wertvollen Dinge werden der jungen Generation durch den persönlichen Kontakt mit den Lehrenden, nicht – oder wenigstens nicht in der Hauptsache – durch Textbücher vermittelt. Dies ist es, was Kultur in erster Linie ausmacht und erhält. Diese habe ich im Auge, wenn ich die “humanities” als wichtig empfehle, nicht einfach trockenes Fachwissen auf geschichtlichem und philosophischem Gebiet. Überbetonung des kompetetiven Systems und frühzeitiges Spezialisieren unter dem Gesichtspunkt der unmittelbaren Nützlichkeit töten den Geist, von dem alles kulturelle Leben und damit schließlich auch die Blüte der Spezialwissenschaften abhängig ist. Zum Wesen einer wertvollen Erziehung gehört es ferner, daß das selbständige Denken im jungen Menschen entwickelt wird, eine Entwicklung, die weitgehend durch Überbürdung mit Stoff gefährdet wird (Punktsystem). Überbürdung führt notwendig zu Oberflächlichkeit und Kulturlosigkeit. Das Lehren soll so sein, daß das Dargebotene als wertvolles Geschenk und nicht als saure Pflicht empfunden wird.
Neulich spielte RP “Aerial Boundaries” von Michael Hedges - absolut fantastisch. Auf der Suche nach mehr virtuoser Gitarrenmusik bin ich natürlich zwangsläufig auf Leo Kottke gestossen, dessen Album gekauft habe. Wunderbar!
Pandora ist ein Musikservice, bei dem man “Radiosender” anhand einer Vorgabe (Band oder Lied) erstellen kann, und der einem dann ähnliche Musik liefert. Das funktioniert recht gut, ließ sich aber bisher nur über ein grausliges Flashinterface im Browser steuern. Jetzt ist gibt es aber eine Zusammenarbeit mit den Machern der Squeezebox und man kann Pandora über deren Squeezenetwork ohne Computer auf seine Stereoanlage bringen und per Fernbedienung steuern. Da ich aber nicht alles nochmal schreiben möchte, verweise ich hier einfach auf meinen kleinen englischen Text.
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