Im August 2004 wurde ich durch einen Zeit-Artikel auf den Hospitality Club (kurz HC) aufmerksam und wurde auch gleich Mitglied. Die erklärte Ziel des HC ist es …
..., Menschen zusammenzubringen – Gastgeber und Gäste, Reisende und ‘’Einheimische’’. Mitglieder des Hospitality Clubs rund um die Welt helfen sich gegenseitig, wenn sie verreisen – sei es mit einem Dach für die Nacht oder einer Tour durch die Stadt. Mitglied zu werden ist kostenlos und jeder ist willkommen. Nach der Registrierung und Aufnahme kann man als Mitglied die Profile aller anderen Mitglieder im Internet ansehen.
Wenn ich mich recht erinnere, waren es etwa 20.000 Mitglieder, als ich dazukam. Gleich wird der Zähler die 100.000 überschreiten1, davon kommen alleine fast 20.000 aus Deutschland. Letzteres spiegelt wohl nicht nur die legendäre Reiselust der Deutschen wieder sondern ist sicher auch ein Überbleibsel der Tatsache, dass der HC dort seine Anfänge nahm. Die Verfünffachung der Mitgliederzahl lässt sich sicher zum Teil auf regelmäßiges Medienecho zurückführen, aber beruht wohl zum Großteil auf Mundpropaganda, die wiederum mit der Anzahl der Mitglieder wächst ⇒ exponentielles Wachstum.
Meine eigenen Erfahrungen mit dem HC sind durchweg positiv. Ich war erst einmal zu Gast: letztes Jahr in London, wo die Nachfrage verständlicherweise groß ist, und ich zusammen mit 5 (!) weiteren Gästen Bett und Sofa des supernetten Gastgebers teilte. Da wir bei uns in Uppsala recht viel Platz in der Wohnung und ein Gästebett haben, haben wir auch regelmäßig Gäste vom HC. An die 20 waren es bisher, wiederum überrepresentativ viele Deutsche, aber auch Leute aus dem restlichen Europa und aus Asien.
Natürlich ergibt sich keinerlei Verpflichtung aus der Mitgliedschaft im HC. Es ist immer in Ordnung, Anfragen zu verneinen oder sogar im eigenen Profil zu sagen ‘’Zur Zeit keine Gäste, bitte’’. Wenn man Leuten vom HC erzählt, erntet man trotzdem des öfteren skeptische Einwände, fremde Menschen bei sich wohnen zu lassen. Natürlich hat man nicht zu allen einen guten Draht und wenn man unsicher ist, kann man die Kommentare lesen, die andere schon über denjenigen geschrieben haben. Außerdem wird man vom HC ermuntert, sich gegenseitig auszuweisen und Passnummern auszutauschen. Man sieht auch im Profil der Personen, ob jemand anders schon die Identität überprüft hat und es gibt auch Regeln.
Generell traue ich aber meinen Gästen und gebe ihnen Wohnungsschlüssel, damit sie nicht darauf angewiesen sind, wann wir zu Hause sind. Oft sind es Leute auf längeren Rundreisen mit kleinem Budget, denen man gerne hilft. Nachdem man einige Gäste hatte, merkt man auch schnell, welchen Typ Gast man gerade hat. Da gibt es die, die sowenig Umstände wie möglich machen wollen und sogar ihr eigenes Essen mitbringen. Man sieht sie kaum, weil sie wirklich nur zum Übernachten da sind. So ist es öfter, wenn es mehr als ein Gast ist, und ich glaube auch gemerkt zu haben, dass Deutsche eher zu diesem Verhalten neigen. :-)
Dann gibt es wiederum geselligere Menschen, die auch das Angebot ‘’Mein Kühlschrank ist dein Kühlschrank’’ gerne nutzen, und mit denen man auch mehr Zeit verbringt. Beides erwartet natürlich wiederum keiner und manchmal hat man einfach weniger Zeit, sich um seine Gäste zu kümmern. In einigen Fällen versteht man sich aber auch so gut, dass man längeren Kontakt beibehält. Ausnahmeerscheinungen, wie dass man vom Gast bekocht wird oder sogar die Küche geputzt bekommt, sollte man aber nicht zur Erwartung werden lassen.
Herzlichen Glückwunsch, Hospitalityclub, zum anstehenden ‘’Jubiläum’’ und ein Dank an die vielen Freiwilligen, die die Webseite betreuen und Treffen organisieren. Ich hoffe, es bald einmal zu einem solchen zu schaffen, zumindest aber, bevor das Ziel von einer Million Mitgliedern erreicht wird.
So, lieber Leser, jetzt nichts wie hin und registrieren
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